Baugeschichte

Groß Glienickes ältestes Baudenkmal: die Dorfkirche

Dorfkirche von SüdostenDie Groß Glienicker Dorfkirche ist ein rechteckiger verputzter mittelalterlicher Feldsteinbau unbekannter Bauzeit.

Zwar wird Groß Glienicke 1267 im Zusammenhang mit Abgaben an das Benediktinerinnenkloster in Spandau erstmals urkundlich erwähnt, so dass zu vermuten ist, dass es 1333 bereits eine Kirche gab. In jenem Jahr wurde Groß Glienicke mit Kladow kirchlich verbunden. Doch architekturgeschichtliche Vergleiche legen nahe, dass die Kirche erst Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut wurde. Auf gotische Bauzeit könnte auch ein heute zugemauertes spitzbogiges Fenster an der Nordseite des Turmes hinweisen.

 

Die Kirche wächst

Ende des 17. Jahrhunderts erfuhr die Groß Glienicker Kirche grundlegende bauliche Veränderungen. Unter dem 1980 aufgetragenen "Rauhputz" verbirgt sich z.B. eine umlaufende Schicht von Tonziegeln, die um 1680 aufgesetzt wurden, als die Kirche aufgestockt und neu ausgestattet wurde. Damals haben die Herrschaften von Groß Glienicke die Kirche um etwa zwei Meter erhöht und den Turm aufgesetzt. Eine alte Inschrift im Dachstuhl des Turmes weist darauf hin. Der ursprünglich verbretterte Turm wurde in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts aus versorgungstechnischen Gründen verschiefert.

Beim Umbau zu Ende des 17. Jahrhunderts erhielt die Kirche sechs barocke Korbbogenfenster, die die Lichtverhältnisse entscheidend verbessert haben dürften. Die Fenster wurden nach Ende des zweiten Innenraum mit OrgelemporeWeltkrieges, als im Ort Kampfhandlungen stattfanden und auch die Kirche in Mitleidenschaft gezogen wurde, mit Antikglas neu verglast.

In den Jahren 2004/05 konnten der schwammbefallene Dachstuhl komplett saniert, das Dach neu gedeckt und die originale Turmverschalung wiederhergestellt werden.

Die Ribbecks verewigen sich

Die ungewöhnlich reiche Ausstattung der Kirche hängt mit dem Patronat der Familie von Ribbeck von 1572 bis 1788 zusammen. In Groß Glienicke wirkte der weniger bekannte, aber historisch bedeutendere osthavelländische Zweig dieser Familie. Wie man einer Inschrift an der Orgelempore entnehmen kann, geht die Vergrößerung und Neugestaltung der Groß Glienicker Kirche auf Hans Georg III. von Ribbeck (1639-1703) zurück, der in dieser Kirche auch selbst Gegenstand bildlicher Darstellung geworden ist und, zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Eva Catherina, in der Gruft der Kirche begraben liegt. Neben den fast theatralischen Epitaphien fallen auf: eine barocke Orgelempore, ein barocker Altar, eine barocke Taufe und eine Barockkanzel.

Schon Fontane war von der Ausstattung der Kirche, die er 1871 oder 1872 besuchte, beeindruckt und widmete ihr einige Absätze in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg".

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