Die Helfende Gemeinde

Vorstellung Helfende Gemeinde --- 1. Sitzung --- 2. Sitzung

 

Aus dem Protokoll der AG Helfende Gemeinde:

[…] Zum Schluss noch ein Thema, das künftig ein wichtiges Arbeitsfeld für die Helfende Gemeinde werden kann: Vielleicht schon im Frühjahr 2015 werden 80 bis 100 Flüchtlinge, der Herkunft nach gemischt aus allen Krisengebieten der Welt zu uns nach Groß Glienicke kommen. Am Montag, dem 13. Oktober, hatte die Stadt Potsdam zu einem Informations- und Diskussionsabend in die Aula der Grundschule Hanna von Pestalozza eingeladen. Die Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung, Frau Elona Müller-Preinesberger gab in ebenso fachkundiger wie souveräner Weise ein Bild von den bevorstehenden Aufgaben und ging mitunter sehr pointiert auf Anmerkungen und Fragen aus dem Publikum ein. Aus den Wortmeldungen der Groß Glienicker klang das ganze Spektrum von Ablehnung und Angst auf der einen Seite bis hin zu Freude und „Was können wir tun“ auf der anderen Seite heraus. Am Ende gaben die positiven Stimmen dem Abend einen ermutigenden Ausklang. Ergebnis ist, dass die Stadt Potsdam alle Groß Glienicker Vereine und die Evangelische Kirchengemeinde zu einer großen Besprechung einladen wird, bei der es um eine einzige Fragen gehen wird: Was können wir tun, um den Flüchtlingen, die nach Groß Glienicke kommen werden, zu helfen? Lasst uns dabei sein!

Dr. Michael Stettberger (GKR, AG Helfende Gemeinde)

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Aus der ersten Arbeitssitzung der Helfenden Gemeinde

Nächster Termin: Donnerstag, 24. Juli, 19:30 im Gemeindehaus

Helfen und Nächstenliebe haben viel miteinander zu tun. Nicht immer ist Nächstenliebe der Grund zu helfen. In jedem Falle aber ist Nächstenliebe der beste Grund zu helfen. Aber wer ist uns der Nächste?

Wer auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage die Geschichte vom barmherzigen Samariter zu Rate zieht, wird eine erstaunliche Entdeckung machen: Viel wichtiger als die Frage: „Wer ist mir der Nächste?“ ist die Frage: „Wem bin ich der Nächste?“ Viele Menschen, auch solche, von denen man Hilfe erwarten durfte, zogen an dem Kaufmann vorbei, der ausgeraubt und verletzt im Straßengraben lag. „Du bist nicht mein Nächster!“ könnte man ihnen in den Mund legen, „was geht mich Dein Leid an?“ Der Samariter aber erkannte, dass der Kaufman ihn brauchte. Dass er dem Kaufmann in diesem Moment der Nächste war, ganz gleich, ob er selbst sich dem Kaufmann nahe fühlte oder nicht. Und deshalb half er dem Kaufmann.

Für die Helfende Gemeinde kann die Geschichte vom barmherzigen Samariter eine gute Orientierung sein. Die Antwort auf die Frage: „Was wollen wir tun, wem wollen wir helfen?“ hängt vielleicht viel weniger von unseren Vorlieben und eigenen Prioritäten ab, als davon, wer unsere Hilfe braucht, und wer uns um Hilfe bittet. Um im Bild des barmherzigen Samariters zu bleiben: die Antwort liegt sozusagen auf der Straße.

Auf der Straße soll sich auch das erste Projekt abspielen, das die Helfende Gemeinde in Angriff nehmen will. Es gibt Menschen in unserer Gemeinde, die nicht mobil genug sind, um am Sonntag zum Gottesdienst in die Kirche zu kommen. Und es gibt – um es modern zu formulieren – Nachfrage nach einem Fahrdienst, der diese Menschen zum Gottesdienst holt und danach wieder nach Hause bringt. So etwas gibt es bereits in Groß Glienicke, aber noch ist die Nachfrage deutlich größer als das Angebot. Und es steckt auch ein nicht zu unterschätzender organisatorischer Aufwand in einem solchen Projekt, denn möglicherweise geht ja nicht jeder „Fahrer“ und auch nicht jeder „Fahrgast“ an jedem Sonntag in die Kirche –so wünschenswert das auch wäre.

Natürlich könnte man Geld sammeln und sonntags ein Taxi durch Groß Glienicke kreisen lassen. Aber um wieviel weniger schön wäre eine solche Lösung doch, verglichen mit einer ehrenamtlichen Hilfe, die aus Fahrern und Fahrgästen Schwestern und Brüder macht?

Zusammen mit zwei bereits aktiven Fahrern werden künftig sechs Fahrer bereit stehen, die jeweils zu zweit über ein Fahrzeug verfügen. Auch ein Koordinator steht bereit, der Fahrer und Fahrgäste zusammenbringt und Ansprechpartner für alle Beteiligten sein wird. Ein ganz einfaches Prinzip soll dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen von dem Fahrdienst profitieren: Wer als Fahrgast zur Kirche möchte, spricht rechtzeitig „seinen“ Fahrer an. Wer als Fahrer zum Gottesdienst kommt, spricht ebenso rechtzeitig „seine“ Fahrgäste an. Und wer als Fahrer keine Fahrgäste oder als Fahrgast keinen Fahrer hat, spricht den Koordinator an. Man muss sich also maximal zwei Telefonnummern merken, und jeder Fahrgast wird wenn irgend möglich zum Stammgast seines Fahrers. Zur nächsten Ausgabe des Heveller wollen wir soweit sein, die nötigen Details veröffentlichen zu können.

Der Fahrdienst ist das erste von vielen Projekten auf der Ideenliste der Helfenden Gemeinde, das umgesetzt werden soll. Und das mit recht, denn: Könnte es für eine „Helfende Gemeinde“ eine vordringlichere Aufgabe geben, als Menschen zum Gottesdienst zu holen, die alleine nicht kommen können?

Wenn auch Sie sich beteiligen möchten, sind Sie herzlich eingeladen. Die Helfende Gemeinde trifft sich wieder am Donnerstag, 24. Juli 2014 um 19:30 im Gemeindehaus.

Herzlichst
Michael Stettberger

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– oder: Es muss nicht immer Südafrika sein

Themenabend mit Vortrag, Bildern und Diskussion am 23. Mai 2014

Eine der vielen Aufgaben des Gemeindekirchenrates ist es, die Empfänger der eigenen Kollekten im Gottesdienst festzulegen. Da ist es gut, dass es „Brot für die Welt“, das „Berliner Missionswerk“, die „Berliner Stadtmission“ und andere „Profis“ gibt. Denn sie machen es uns leicht zu helfen, wo Hilfe nötig ist.
Aber es ist für uns doch sehr abstrakt, was da passiert. Wer weiß schon Konkretes über Brot für die Welt & Co. oder ist gar selbst dort engagiert?
Lässt es unser Alltag überhaupt zu, sich selbst zu engagieren? Und was hätten wir davon, wenn es doch viel effizienter ist, das aktive Helfen den darauf spezialisierten Institutionen zu überlassen und sich selbst darauf zu beschränken, diese mit Spenden zu unterstützen?
Unter dem Titel „Die helfende Gemeinde“ wollen wir genau darüber mit Ihnen sprechen: Warum wir selbst aktiv werden sollten, und wie das gehen kann.
Wir laden Sie ein zu unserem Themenabend:

„Die helfende Gemeinde – Es muss nicht immer Südafrika sein“
am Freitag, den 23.5.2014, 19:00 in unserer Kirche

In einem Erfahrungsbericht u.a. aus Südafrika schildern wir unsere Erfahrungen mit dem Helfen und wollen gemeinsam mit Ihnen aus einer Idee ein Projekt machen. Wo würden Sie anpacken, wenn Sie Gleichgesinnte hätten, die mitmachen? Das muss nicht Südafrika sein, Hilfe wird auch in Potsdam und Berlin gesucht. Bringen Sie „Ihre Hilfsprojekte“ ein und lassen Sie uns gemeinsam nach Wegen suchen, eine Idee zu verwirklichen: die helfende Gemeinde. Denn wer einmal selbst mit angepackt hat, wo Hilfe nötig ist, wird sich über kurz oder lang eine interessante Frage stellen: Wer hilft hier eigentlich wem?

Herzlichst Ihr Michael Stettberger

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