Altarrestaurierung

Altar nach der Restaurierung

Im September 2012 konnte die umfangreiche und spektakuläre Altarrestaurierung abgeschlossen werden. Auf einem Kunsttag wurden Vorträge zur Restaurierung, Kirchen- und Altargeschichte gehalten. Hier einige Impressionen.

Neues Buch über den Altar mit CD-Beilage erschienen:

Die Patronatskirche zu Groß Glienicke ist die älteste Dorfkirche der Landeshauptstadt Potsdam. Sie weist eine fast vollständige und weitgehend unversehrte frühbarocke Ausstattung auf. Grund genug, die kostbare Innenausstattung in ihrer farbenfrohen Originalgestalt wieder sichtbar zu machen, eine Aufgabe, der sich die Evangelische Kirchengemeinde Groß Glienicke seit vielen Jahren mit großer Hingabe verschrieben hat.

Im Jahre 1684 hatte der Groß Glienicker Kirchenpatron und Brandenburger Domdechant Hans Georg III. von Ribbeck und seine Ehefrau Eva Catharina der Kirche in Groß Glienicke einen neuen Altar bzw. ein neues Altarretabel mit imposantem Bildwerk gestiftet.

Während die Bilder bereits in den Jahren 2003/04 restauriert wurden, ist das gesamte übrige Altarretabel im Jahre 2012 von dem Potsdamer Restaurator Janko Barthold und seinem Team in enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden instandgesetzt worden. Dabei sind auch überraschende Befunde wie z. B. die ursprüngliche Farbgebung oder die fehlenden, jetzt wieder rekonstruierten Strahlen des auferstandenen Christus entdeckt worden.

Beim „Groß Glienicker Kunsttag“ am 9. September 2012 wurde das restaurierte Altarretabel präsentiert. In ei­nem festlichen Abendmahlsgottesdienst nahm die Gemeinde den Altar wieder „in Gebrauch“. Anschließend wurden verschiedene Fachvorträge zur Restaurierung bzw. zur kunsthistorischen und theologischen Erschließung und Einordnung gehalten, die in dem von Bernhard Schmidt herausgegebenen Buch „Ein Interesse weckt nur noch das Altarbild“. Der Ribbeckaltar in der Patronatskirche zu Groß Glienicke und seine Restaurierung“ dokumentiert sind. Außerdem enthält der Band auch eine CD mit Ausschnitten aus dem abschließenden Konzert „Jubilate Domino a. D. 1680“ mit Vokal- und Instrumentalmusik aus der „Ribbeckzeit“.

Dieses im Lukas-Verlag Berlin erschienene Buch, das in jeden Groß Glienicker Bücherschrank gehört (und auch passt!) wurde am Sonntag, den 26. Mai 2013 im Rahmen des Gemeindefestes und am Ort des Geschehens, vor dem Altar der Dorfkirche Groß Glienicke, vom Herausgeber, Pfarrer Bernhard Schmidt und von der Nachfahrin des Stifters, der Bildhauerin Ricarda von Ribbeck, in Anwesenheit fast aller Autorinnen und Autoren vorgestellt und kann im Evangelischen Pfarramt für 18,00 Euro erworben werden.

Pfarrer Bernhard Schmidt

 


So fing es an mit der Altarrestaurierung:

Nach Abschluss der Kanzelrestaurierung durch die Potsdamer Restauratoren-Werkstatt M & B (Mikszas und Barthold) soll die Kirchen-Restaurierung im nächsten Jahr mit der Restaurierung des Altars fortgesetzt werden. Auch der Altar ist eine Stiftung Hans Georgs III. von Ribbeck und seiner zweiten Gemahlin, Eva Catharina von Ribbeck, geborene Brand zu Lindow. Lt. Inschrift an den Pfosten des Altars unterhalb der Wappen (siehe die schmeichelhaften Photos von Hans-Joachim Beeskow) wurde dieser im Jahre 1684 gestiftet. Die Befunduntersuchungen werden zeigen, welche Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte an unserem Altar vorgenommen worden sind.

Die beiden Gemälde, das Tafelbild „Ecce Homo“ (1684) von Cl. Hertzog und das Predella-Gemälde mit der Darstellung des Heiligen Abendmahls (1683) von F. Luther wurden bereits 2003/04 von dem Groß Glienicker Restaurator Ingo Juffart restauriert.

Wir bitten unsere Gemeindeglieder und alle Groß Glienicker, die stolz auf ihren Ort und auf ihre Kirche sind, wieder um Mithilfe. Wir rechnen mit Kosten in Höhe von ca. 40.000 Euro.

Im Voraus bedankt sich im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde Groß Glienicke Pfarrer Bernhard Schmidt, der Ihnen auch für alle Informationen zur Verfügung steht.