Brautpforte erstrahlt in neuem Glanz


Friedhofs- und Gottesdienstbesucher können in diesen Tagen mit Freude feststellen, dass die sog. Braupforte an der Nordseite unserer Dorfkirche, die sich seit längerer Zeit in einem traurigen Zustand befunden hatte, nun restauriert ist.

Die Bezeichnung „Brautpforte“ hat der Volksmund geprägt. Die beiden Darstellungen in den Reliefs der Tür wurden so interpretiert, dass das, was sich bei der Hochzeit als Engel zeigt, sich in der Ehe zuweilen als Hexe erweist.

Brautpforte innen vor der RestaurierungSeit Gründonnerstag befindet sich die Brautpforte wieder an ihrem angestammten Platz. Dem Restauratorenteam Janko Barthold und Kathrin Mikszas aus Potsdam gebührt ein großes Lob. Mit sehr viel Sachkenntnis und Detailgenauigkeit haben sie die stark beschädigte Eichentür wiederhergestellt.

Die neue monochrome Fassung in kräftigem Ocker ist mit Leinölfarbe aufgetragen. Sie entspricht der Sanierung von 1870. Außen hatten die Restauratoren sieben verschiedene Farbschichten gefunden, innen vier. Ursprünglich -so ihre Vermutung- war die Tür in Eiche Natur gehalten.

Teufel und Engel

Entstanden ist die Brautpforte um 1680 im Rahmen grundlegender baulicher Veränderungen und der Ausschmückung der Kirche durch Hans Georg III von Ribbeck (1639-1703). Sie ist ca. 2,65 m hoch und ca. 1,40 m breit. Der obere Abschluss der Tür ist in Form eines Korbbogens gebildet. Die Rahmung schließt -innen wie außen- in den unteren beiden Dritteln vier gleich große kassettierte Längsrechtecke ein, die durch ein Rahmenkreuz voneinander getrennt werden.

In gleicher Breite befindet sich im oberen Drittel der Tür eine Füllung in Korbbogenform, die auf beiden Seiten mit reichem Schnitzwerk ausgestattet ist. Innen findet sich als Flachrelief die Fratze eines Teufels, der an seinen Satyrohren erkennbar ist. Der Kopf und die Haare lösen sich auf in symmetrisch angelegte Windungen und Spiralen.

Brautpforte außen nach der Restaurierung

Außen bildet ein Halbrelief mit Engelskopf das Pendant. Sein puttenhaft kindliches Gesicht mit den Pausbäckchen und dem lockigen Haar ragt weit über die obere Begrenzung des Korbbogens hinaus. In der Füllung finden sich symmetrisch angeordnete eingerollte Blattornamente - teilweise stilisierte Eichenblätter- , plastisch schwellend und ineinander fließend; unten mittig eine Blüte, daneben Beerenfrüchte, die aus Blütenkelchen ausgeschüttet werden.

Die Restauratoren haben Indizien dafür gefunden, dass die Tür ursprünglich anders herum eingebaut worden war. Für diese Vermutung sprechen die heute innen befindlichen schmiedeeisernen Werfbänder, die Art der Reliefs (das Flachrelief gehört wegen der geringeren Verwitterungsgefahr eigentlich nach außen) sowie deren Ikonographie.

Förderverein ermöglicht Restaurierung

Die Restaurierung der Brautpforte ist durch Beiträge der Mitglieder des Fördervereins Dorfkirche e. V. finanziert worden. Die Stiftung KiBa hat wegen der Dringlichkeit der Maßnahme kurzfristig 1.500 Euro zur Verfügung gestellt. Dafür ein großes Dankeschön.

Demnächst möchte der Förderverein ein weiteres Kunstwerk unserer Dorfkirche restaurieren lassen: das Taufbecken, das erfreulicherweise in unserer Kirchengemeinde recht häufig zum Einsatz kommt. An der geplanten Restaurierung der Kircheninnenwände im Jahre 2010 will sich der Förderverein finanziell beteiligen.

Wenn Sie die Brautpforte und andere Schätze in Augenschein nehmen wollen, kommen Sie zum Gottesdienst oder am Samstag nachmittag in die Offene Kirche.

Wenn Sie die Arbeit des Fördervereins Dorfkirche Groß Glienicke e.V. durch eine Spende unterstützen wollen, überweisen Sie diese bitteauf das Konto 353 600 2470 bei der Mittelbrandeburgischen Sparkasse (BLZ 160 500 00).

Wenn Sie Mitglied unseres Fördervereins werden wollen, wenden Sie sich bitte an die Unterzeichnerin (Tel. 033201 / 43963) oder an Herrn Burkhard Radtke (033201 / 31348).

Eva Dittmann-Hachen