Knieoperation

Zur Reparatur des Epitaphs von Hans Georg II. von Ribbeck

Steinrestaurator Rudolf Böhm bei der Arbeit

Das Knie scheint eine Schwachstelle der menschlichen Anatomie. Viele Sportler wissen das, Stichwort Meniskus oder Kreuzband. Auch der Schreibende hat es erfahren, als er sich bei einem Fußballspiel auf der Konfirmandenfreizeit „im Eifer des Gefechts“ gegen die technisch versierteren Konfirmanden das Kreuzband riss.
Nun hat es auch unseren „Kirchensoldaten“ erwischt. Patron Hans Georg II. von Ribbeck (1601-1666), seines Zeichens Offizier im dreißigjährigen Krieg und seinerzeit Festungskommandant der Veste Spandau, martialisch dargestellt auf einem Grabmal an der Südinnenwand unserer Kirche unterhalb der Kanzel, das seinerzeit die besondere Aufmerksamkeit Theodor Fontanes erregte. Obwohl das Epitaph erst im Jahre 2002 von unserem Groß Glienicker Restaurator Ingo Juffart restauriert worden war, sind neuerdings wieder Risse aufgetreten.
Seit dem 16.4.2012 wird Ribbecks Knie von dem bekannten Steinrestaurator Rudolf Böhm, der Jahrzehnte lang die Gartenskulpturen in Potsdam-Sanssouci betreut hat, behandelt. Böhm will nicht ausschließen, dass die Risse von Bewegungen und Schwingungen im Mauerwerk herrühren. Möglicherweise muss Ribbeck sogar von der Wand abgerückt werden. Warten wir’s ab. Zunächst werden in das Knie Steinfestigungsmittel injiziert und die Wirkung beobachtet.
Die chirurgische Behandlung von Ribbeck II. durch Rudolf Böhm ist übrigens möglich geworden durch eine großzügige Spende der Verwandtschaft. Dietrich von Ribbeck aus München, „Stammhalter“ der osthavelländischen Linie, hat zusammen mit Verwandten das Geld aufgebracht, herzlichen Dank dafür!
Bernhard Schmidt